Donnerstag, 26. Juni 2014

Schleichender Einstieg ... oder wie ich lernte auf mich selbst zu hören

Hallo alle miteinander,
der ein oder andere wird sich nun fragen, nanu den Text kenne ich doch... Richtig, danke das du meine Beiträge aufmerksam mitliest.
Ich war so frech und habe meinen Vorstellbeitrag aus dem LCHF-Forum (http://lchf.de/forum/index.php) gemopst. Da einige der Meinung sind das der ganz nett ist, hab ich mich entschlossen eben diesen mit einigen kleinen Anpassungen hier zu übernehmen. Die fleissigen LCHF-Foren Leser die sich vielleicht noch hierher verirren werden, mögen es mir verzeihen.

Kurz (ist relativ gesehen) zu meiner Person, ich bin 43 Jahre alt und komme wie gesagt aus dem Berliner Raum (erst in Berlin, jetzt im Brandenburger Speckgürtel) und habe es mittlerweile auf stattliche 158 KG gebracht durch die üblichen Verhaltens- und Ernährungsfehler. Dick (bzw. gut gebaut) war ich eigentlich schon so lange ich mich zurück erinnern kann, schubweise schlimmer wurde es dann durch die sitzende Tätigkeit (PC-Job), die Geburt meines Sohnes (solidarische Männerschwangerschaft), das schöne ruhige Familienleben und einer Nikotinentwöhnung. Nun muss ich auch dazu gestehen das ich körperlich (Vermutlich durch das anhaltende Gewicht) eher ein gemütlicher Mensch bin, und auch hier erhoffe ich mir durch LCHF Besserung.
Diäten und Ernährungsumstellungen habe ich, wie vermutlich die meisten hier, auch schon so gut wie alles durch, mit mehr oder weniger großen Erfolgen und Rückschlägen.
Mein letzter Versuch schnell viel abzunehmen (Ich heirate im September und hatte den ehrgeizigen Plan letztes Jahr gefasst in einem Jahr 30-40 Kilo abzunehmen, nun weiss ich das es wohl doch nicht so viel Kilos bis dahin sein werden und lasse mir einfach einen tolle Anzug auf den Leib schneidern) beinhaltete drei Akupunkturnadeln im Ohr und einen DIN-A5 Zettel mit Lebensmitteln die erlaubt waren. Kennt das einer von euch? Naja nach der dritten Nadelphase wurde ich so richtig ungeniessbar wenn es hiess, ab sofort wieder nur 500kcal pro Tag. Da haben auch die Nadeln nix mehr geholfen.
Ich überleg gerade wie ich das erste Mal eigentlich auf LCHF gekommen bin. Ich glaube es war letztes Jahr als diese "Extrem Schwer" Doku im Fernsehen lief und der Thorsten so wahnsinnig viel abgeworfen hat und auch seit dem zu halten scheint (Ich bin eigentlich kein Dokusoap Gucker aber das hat mich schwer beeindruckt und ich verfolge auch Heute noch den Werdegang von Thorsten). Allerdings war mir Paleo (Die dort genutzte Ernährungsform) dann doch etwas zu extrem in Punkte Verzicht. Ich bin da ganz komisch gepolt sobald ich vor irgend einem Lebensmittel ein Verbotsschild sehe, will ich genau das haben, kennt das jemand?
Meine baldige Frau (Mein Sonnenschein) schenkte mir dann zu Weihnachten das Buch "Köstliche Revolution" und da war der Drops eigentlich schon gelutscht! Das war es, das klang alles schlüssig und einleuchtend und für mich als leidenschaftlichen Fleischfresser wie gemacht. Das wollte ich. Zumal ich mittlerweile an einem Großteil der dort geschilderten Zivilisationskrankheiten leide, bzw. auf dem Weg dahin bin/war.
Allerdings braucht es zu dem Zeitpunkt noch ein wenig Einsicht, das ich wie gesagt keine Nadeln mehr will und den Schritt zu mehr Fett zu gehen (Verstehen und Verwirklichen sind zwei grundunterschiedliche Dinge hab ich gemerkt). Irgendwie kam dann alles zusammen, meine Verlobte sah ein das Nadeln und Fasten nicht mein Weg ist, mein bester Freund (Tummelt sich garantiert auch hier rum) realisierte das LCHF stark verwandt mit Atkins ist, wonach er bereits mehrere Jahre gelebt hat und stieg gleich mit ein, tja und ich (das ist jetzt der Moment wo ich danke sagen möchte) hielt ein neues Buch in der Hand.
Quasi den gebunden Blog von Suda "Entpuppt". Ich glaube, nein ich weiss, der Moment wo sie die einsetzende Stille in ihrem Körper beschrieb, das Ausbleiben des Heißhungers, dieses "ich muss jetzt was essen" das war der Moment wo es in meinem Kopf endlich "Klick" gemacht hat. Wie gut kannte ich dieses Gefühl, dieser Schrei nach Nahrung in mir... wie sehr mir das doch bekannt war...
Und dann der Absatz mit der Seele, das man Geduld haben muss beim Neubau des Hauses... Ich kann an dieser Stelle nur aus vollem Herzen "Danke Suda" sagen! Dein Buch hat mir den Mut gegeben es zu versuchen, den Mut gegeben meine Verlobte in das Abenteuer "LCHF" mitzunehmen und diese Stille von der du geschrieben hast mit fast kindlicher Faszination selber zu erleben.

Ich hab bisher zwar "nur" drei Kilo abgenommen in 3 Wochen, aber ich habe auch den Punkt Geduld begriffen und da wir beschlossen haben es nicht ganz so radikal (Mit Nährwerte zählen) angehen zu lassen, nehm ich es wie es kommt und genieß derweil das leckere Essen und die anderen tollen Nebenwirkungen.

Also dann wünsche ich noch allen die sich bis ans Ende dieses langen Textes durchgeackert haben, viele Grüße aus Berlin.

-Michael

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