Mittwoch, 18. Februar 2015

Miste dein Leben aus

Hallo Ihr da draußen,
kennt ihr das, wenn man sich zugemüllt und eingeengt fühlt? Wenn man alles Mögliche aufhebt, irgendwo hinlegt --- für später!!! braucht man ja vielleicht irgendwann...Jaja, ich kenn das nur zu gut. Oder man Lebensmittel im Haus hat, auf die man mit einem gewissen Suchtpotential reagiert?

Ausmisten ist hier das Zauberwort!!!

Ich räume irgendwie IMMER auf. Sehr zum Leidwesen meines Mannes ;) und versuche die Dinge aber logisch so zu ordnen, dass ich ableiten kann, wo ich die Dinge hingelegt habe und warum. Klappt nicht immer, aber meistens. Damit die Sammlerstücke nicht überhand nehmen, miste ich immer mal wieder von Zeit zu Zeit aus. Zeitschriften, Klamotten, Schuhe - ja auch Schuhe, selten, aber kommt vor ;), den Badschrank - mein Bermuda-Dreieck... und natürlich meinen Vorratsschrank in der Küche... Komischerweise obwohl ich ne Sammlerin bin, kann ich mich irgendwann auch von Dingen trennen. Vor allem wenn ich im Ausmist-Fieber bin.

Und da kommen wir schon zu einem heiklen Beispiel: Mein Vorratsschrank in der Küche.
Wenn man nicht aufpasst, dann stecken da viele Überraschungen drin - man sieht sie meistens nicht gleich, aber sie sind da. Glaubt mir...
Dem Projekt Vorratsschrank habe ich mich ziemlich am Anfang unserer Ernährungsumstellung gestellt. Denn ich habe schnell feststellen müssen, dass es so gar nicht gut ist, wenn in den Anfängen einer Ernährungsumstellung noch Lebensmittel vorrätig sind, die ich ja eigentlich nicht mehr essen wollte. Das sind die Stolpersteine, die einem das Durchhalten so sehr schwer machen. Also hieß es alles raus räumen und nur das wieder rein, was zur Ernährung passt.
Dafür habe ich mir schicke Vorratsgläser beim blau-gelben Möbelhaus gekauft und alles abgefüllt. Dann mit Etiketten versehen, damit man weiß was drin steckt ;).
Nun wird der Schrank auch nicht mehr so zugemüllt... Sieht gut aus finde ich :D Und man findet alles schnell... Alle übrig gebliebenen Nahrungsmittel habe ich verschenkt oder an Gäste verfüttert...


Nach einer Weile, als ich mich langsam an alles gewöhnt hatte und sicher war in meiner Ernährung, konnte ich auch wieder einige andere Lebensmittel im Haus haben, fürs Kind oder für die Gäste..... Das ging automatisch, ohne dass es mir schwer gefallen ist. Der Hasenjunior - der eigentlich nicht mehr so genannt werden will, sondern mit seinem richtigen Namen ;) - also mein Sohn Daniel, macht nicht mit bei unserer Ernährung. Er ernährt sich "Normal", aber durch seine Unverträglichkeiten eben Gluten und weitestgehend Fructose frei. Wenn er mit seinem Gewicht nicht zufrieden ist, steht er mehr aufs Fasten. Nun jedem was er will und braucht. Bedeutet aber für uns, dass wir in zwei Ernährungsformen denken müssen - sprich planen, einkaufen und kochen... Nicht einfach kann ich Euch sagen. Somit haben wir aber auch immer Nahrungsmittel im Haus, die nicht LCHF tauglich sind. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Dinge, die nicht zu unserer Ernährung gehören, ignorieren kann.



Ich weiß, dass es aber auch Menschen gibt, die sollten nie wieder solche Verführungen im Haus haben. Sie können auch nicht, nachdem eine Ernährungsumstellung zur Gewohnheit geworden ist, auf einige Nahrungsmittel verzichten wenn sie denn greifbar sind. Das ist schwer, aber eben auch nicht zu ändern. Jeder kämpft im Leben mit anderen Dingen. Man sollte das für sich selber akzeptieren und entsprechend darauf reagieren und handeln. Wenn Ihr ein oder mehrere Nahrungsmittel habt, beispielsweise Nutella oder Gummibärchen, wo der Kopf aussetzt und Ihr erst vor der leeren Packung das Bewusstsein wiedererlangt, dann habt es nie wieder zu Hause. Bittet Eure Familie und Freunde das nie, aber auch nie wieder in Eurer Gegenwart zu essen oder es irgendwo rumliegen zu lassen. Meine Sucht war früher Nutella... ich hab das direkt aus dem Glas gelöffelt... Schlimm oder? Mein Sohn hat mir sogar mal ein eigenes großes Nutellaglas mit nem riesigen "MAMA"-Aufkleber zum Muttertag geschenkt. Nicht weil er meinte, ich könnte es gebrauchen... Nein, weil er von dem normalen Familien-Nutella-Glas auch mal wieder was abhaben wollte.... war ja sonst immer leer...
Also stellt Euch Euren Stolpersteinen und verbannt sie aus Eurem Leben. Ich würde heute behaupten, dass mir Nutella nix mehr anhaben kann... Aber weiß ich es genau? Nein, also gibt es schon sehr, sehr lange kein Nutella mehr in unserem Haus. Wir essen selber gemachte Marmelade oder die leckere von Soulfood und Daniel liebt seine Mandel-Tonka-Creme von Rapunzel. Außerdem isst er auch sehr gern unsere Marmelade mit. Also Ihr seht, manchmal muss man sich selber überlisten und die gefährlichen Sucht-Nahrungsmittel aus seinem Leben streichen  ---> also ausmisten!!!!!!

Hmmmm, hört sich so einfach an? Ist es aber nicht. Das Ausmisten der Schränke geht schnell, aber das Ausmisten im Kopf braucht Zeit. Gebt sie Euch. Wir haben alle unsere Schwächen, denn sonst wären wir nicht hier... Kennt Ihr die ewig schlanken Menschen, die noch nie mit dem Gewicht kämpfen mussten? Und die immer gesagt haben: "...verstehe ich gar nicht, das du zunimmst, ich esse dann einfach zwei bis drei Abende nur einen Apfel, dann ist alles wieder gut...."
WAS? Schön für dich, aber ich kann das nicht, dann habe ich HUNGER und schiebe mir dann alles was greifbar ist in den Mund!!! Deswegen findet Euren Weg und geht ihn. Lasst Euch von Kritikern nicht beirren und macht das was Euch gut tut.

So, nun schaut mal in Euch hinein, vielleicht findet Ihr auch die eine oder andere Sache zum Ausmisten. Es befreit und räumt auch immer ein bisschen die Seele auf. Der Müll muss weg !!!

Viel Spaß dabei und viele Grüße
Kathrin

Kommentare :

  1. Antworten
    1. Danke Annika :*
      Ist ja auch ein sehr heikles Thema und ich finde man fühlt sich weniger schlecht, wenn man hört, dass viele Leute mit den gleichen Süchten kämpfen ;)
      Viele liebe Grüße aus der Seuchenstation

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