Dienstag, 21. Juli 2015

Mama's Kuchen

Ist es schwer, herkömmliche Rezepte schmackhaft in Low-Carb/LCHF umzuwandeln?

Ich merke seit einiger Zeit, dass es mir leichter fällt, herkömmliche Rezepte in Low-Carb/LCHF - Rezepte so umzuwandeln, dass diese nahe an das Original herankommen. Bevor jetzt der erhobene Zeigefinger kommt…ja ich weiß, dass dies für viele nicht in Frage kommt. Aber mir persönlich fehlt schon mal das eine oder andere aus meiner früheren Ernährung. Ich kann viele Sache einfach weglassen und sie fehlen mir nicht, aber z.B. ab und an ein Stück Kuchen oder auch Schokolade brauche ich schon. Daher probiere ich viel aus. Manches landet im Müll, wenn die Teige z.B. nicht das machen, was ich so gedacht habe. Oder werden dann einfach umfunktioniert… Ist alles eine Frage der Übung ;)

Ich finde auch immer Seiten unheimlich hilfreich, wo andere Leute sich die Mühe gemacht haben niederzuschreiben, wie Nussmehle und Bindemittel funktionieren, reagieren und durch was sie ersetzt werden können. Wie diese hier: http://www.sweathearts.de/2013/12/backen-ohne-mehl/

Für mich waren die Gründe der Ernährungs-Umstellung ja in erster Linie meine Bauchschmerzen und mein allgemeines Unwohlsein gewesen. Das ich zusätzlich ein paar Kilos verloren habe und seit über einem Jahr mein Gewicht halte ohne "Diät" zu machen, war und ist heute noch ein kleines Wunder für mich. ENDLICH keine Diät mehr, nicht mehr zählen und nicht mehr dieses ständige Unterdrücken der Gelüste. Daher passt der eine oder andere Kuchen bei mir schon rein :) Micha muss da schon mehr aufpassen und aus diesem Grund gibt es Kuchen oder andere Nachbauten auch nicht allzu oft bei uns.

Gestern habe ich mich dann aber doch mal wieder in meiner Hexenküche ausgetobt und das kam dabei raus:

Saftiger Kokos-Kuchen 

--> Low-Carb und ohne Buttermilch wie im Original


Ist super gelungen und der Kuchen schmeckt echt verdammt lecker. Auch unsere beiden nicht "LCHF ler" im Hause, haben sich kaum eingekriegt, so lecker hat er ihnen geschmeckt.

Da ich finde, dass es besonders für Berufstätige Leute wichtig ist, den Aufwand so gering wie möglich zu halten und das Maximale an Essen heraus zu bekommen, nehme ich ab und an kleine Hilfsmittel, wie z.B. die Backmischungen von Dr. Almond. Dies ist sicherlich bei striktem LCHF nicht zu empfehlen, aber als Ausnahme oder weil man einfach Bock darauf hat alle mal besser, als in den nächsten Bäcker oder Supermarkt einzufallen und all die schlimmen Dinge zu kaufen, die Weizenmehl, Zucker, Stärke und Zusatzstoffe intus haben. Grundsätzlich steht bei jeder Ernährungsform die Verwendung natürlicher Lebensmittel an erster Stelle. Dies sollte immer der Grundsatz sein.

Wann gelingt das spontane Kochen, also ohne Rezept, leichter?


Wenn man wirklich seine Ernährung umgestellt hat!

Denn dann denkt man anders. Also es ist vielleicht damit zu vergleichen, dass wenn man eine Sprache richtig gut spricht und sie auch anwendet, dann denkt und träumt man auch in dieser Sprache. (Soll jedenfalls so sein, hab ich mir sagen lassen...Ich bin leider nicht so sehr sprachbegabt, aber mein Micha schon und er praktiziert dies so mit Sprachen ;)

So ist es auch bei einer Ernährungsumstellung. Man denkt nicht mehr darüber nach, wie kann ich was ersetzen oder was darf ich alles nicht essen. Sondern man nimmt die Lebensmittel, die man im Haus hat und kocht oder backt daraus was. Das setzt natürlich ein Wissen über die Beschaffenheit und das Verhalten der Lebensmittel beim Kochen/Backen voraus. Das bekommt man wiederrum nur, wenn man sich intensiv mit dieser Ernährung beschäftig, viel darüber lernt und anwendet. Es kommt eben auf die Wiederholungen, auf's Üben, an. Die Ernährung geht dann irgendwann, ohne es bewusst zu steuern, in die Selbstverständlichkeit über und dann denkt man auch in seiner "Sprache = Ernährung".

DANN hat man eine Ernährungsumstellung gemacht und diese ist zur Gewohnheit geworden. Man muss aber auch wie bei einer Sprache immer am Ball bleiben. Das Gelernte anwenden, mehr lernen und wiederholen bis man's kann…

Wenn man locker lässt und das Gelernte nicht mehr so häufig anwendet, dann fällt man in alte Ernährungsmuster zurück. Die kennt der Körper seit seiner Kindheit an. Da sind ein paar Jahre Ernährungsumstellung, im Verhältnis zu den Jahren die man auf dem Buckel hat, kaum erwähnenswert. Auch hat man ja irgendwann mal das Kochen gelernt - meist von Mutti oder Omi :) --> das ist normalerweise das, was man automatisch, völlig unbewusst abruft, wenn man kochen will.

Ich finde, eine Ernährung muss auch immer für denjenigen der sie lebt lebenswert sein. Sie muss zu einem passen. Sie sollte nie in dauerhaften absoluten Verzicht, Kampf oder Zwang ausarten. Dann ist es eine Diät, dann steht man diese Ernährung eine Zeit lang durch, aber fällt in alte Gewohnheiten zurück.

Eure Kathrin

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen